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Was schreibt der Künstler selbst zum Wandbild Drucken E-Mail
Mittwoch, 11. Februar 2009
Die vergangenen 30 Tage wurde hier einiges über Helmut Kissel und seiner Arbeit an der Seccomalerei in der Friedenskirche Berlin geschrieben. Doch was schreibt der Künstler selbst zu seinem Werk? Darum wurde er gebeten und Kissel hat auch prompt geantwortet:
 
Wandbild Friedenskirche

 

Am Brandenburger Tor weiten und biegen sich die Säulen. Die Siegesgöttin kann ihre Pferde nicht mehr im Zaum halten. Sie springen ihr vom Podest.

Das war noch nicht dagewesen, dass der Friedefürst Jesus auf dem Lasttier der Armen durch das Tor kommt. Und er bringt Bewegung, die durch Wolkenlinien schon beginnt und sich schließlich in einer deutlichen Diagonale durch das Mittelsegment des Bildes fortsetzt - wo sich Jesus über Mauerreste hinweg schemenhaft im roten Gewand auf einem gelben Esel den Weg bahnt.

Kaiser, Könige, Verführer als vermeintliche Führer und andere Despoten haben jene Säulen hoch zu Ross passiert und  Krieg und Blutvergießen  angekündigt. Jener aber brachte den Frieden. Er ließ nicht andere für sich bluten. Er opferte sich selbst, so dass er Menschen den Zugang zu Gott verschuf. Zwar sind in den seitlichen Wandsegmenten Merkmale des westlichen Stadtteils (vor der Mauer) und des östlichen (hinter der Mauer) zu erkennen, jedoch präsentiert sich das Hauptmotiv im größeren Maßstab und verdichtet sich zu der zentralen Aussage:

Der, der ganz anders daherkommt als die Gewaltherrscher in ihrem Protz hat die barbarisch getrennten Teile Ost und West ohne Kriegs-und Mordmittel zusammengeführt. Seinem Plan  und seinen Friedensgedanken kann man heute und in Zukunft vertrauen.

Wohl dem, der das für sich und seine Mitmenschen tut!

Helmut Kissel

 
 
 
 
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